Blickmaschinen Symposium

Abstract

Joseph Imorde - Machina und Apparato. Beispiele mechanisierter Blickkonstruktionen im Barock


Das Hereinbrechen Gottes in die irdische Wirklichkeit wird seit der Gegenreformation gerne in bildgestützte Narrationen gefasst. Egal ob im eucharistischen Kult, oder in dem sich schnell entwickelnden weltlichen Theater, der "deus ex machina" beginnt ab 1600 eine immer größere Rolle bei der Vermittlung von ideologischen Inhalten zu spielen. Im Mittelpunkt des Vortrages stehen die aufwändig inszenierten Eucharistie-Aussetzungen in der Hauptkirche des Jesuitenordens in Rom, die einerseits auf ihre politischen und theologischen Gehalte, andererseits auf die Techniken der Vergegenwärtigung des Ungegenwärtigen befragt werden sollen. Bezeichnenderweise lauten die Begriffe für diese Inszenierungen der Epiphanie in den Beschreibungen und Festberichten stets "machina" oder "apparato". Und in der Tat handelt es sich dabei um veritable Blickmaschinen, deren Ziel es ist, durch das visuelle Angebot eine Glaubenskonstitution zu unterstützen.

Joseph Imorde studierte Kunstgeschichte, Philosophie und Musikwissenschaft in Bochum, Rom und Berlin. Seit August 2008 hat er den Lehrstuhl für Kunstgeschichte an der Universität Siegen inne. Buchveröffentlichungen: Präsenz und Repräsentanz. Oder: Die Kunst, den Leib Christi auszustellen (1997), Barocke Inszenierung (1999), Plätze des Lebens (2002), Affektübertragung (2004), Die Grand Tour in Moderne und Nachmoderne (2008), Michelangelo Deutsch! (im Druck).

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Museum für Gegenwartskunst Siegen
23. November 2008 - 10. Mai 2009
Blickmaschinen / Visual Tactics

Mücsarnok / Kunsthalle, Budapest
19. Juni - 23. August 2009
Pillanatgépek

Centro Andaluz de Arte Contemporáneo, Sevilla
17. September - 22. November 2009
Máquinas de mirar




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Blickmaschinen wird großzügig gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes und die Landesregierung Nordrhein-Westfalen

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Die Präsentation ist eine Ausstellung im Rahmen des Projektes Visuelle Taktiken/ Visual Tactics und wird gefördert durch das EU-Culture Programme.

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